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„Leichtmatrosen – drei Mann in einem Boot“ wieder in den Mediatheken

Meine erste und bislang noch einzige Verfilmung – „Leichtmatrosen – drei Mann in einem Boot“, im Jahr 2017 entstanden für die ARD-Degeto – ist gerade wieder in den Mediatheken abrufbar, und zwar für ein ganzes Jahr, also bis September 2024. Und interessanterweise dieses Mal auch in der ZDF-Mediathek.

Wer also Golo Euler, Stefan Szász, Gabriel Merz und Susanne Bormann noch nie dabei zugeschaut hat, wie sie mit Hilfe einer Hausboottour ihr Leben in den Griff bekommen, kann das jetzt tun, und zwar hier oder hier. Und wer genau hinschaut, sieht mich vielleicht kurz, irgendwo in der Filmmitte.

Viel Spaß!

Das Print-Regal ist wieder vollständig!

Nachdem „Nachttankstelle“ und „Landeier“ Anfang September bei Aufbau Audio als Hörbücher erschienen sind (gesprochen von Jan Viethen, Bettina Storm und Julian Horeyseck), gibt es sie jetzt auch wieder – mit hinreißenden neuen Covern, die der großartige Burkhard Neie entworfen hat – als gedruckte Bücher!

Wenn Ihr Bücher über den Autorenwelt-Shop bestellt, was ich Euch grundsätzlich mindestens für deutschsprachig erstveröffentlichte Bücher ans Herz legen würde, bekommen die Autoren ein paar Pfennige mehr als wenn Ihr beispielsweise beim großen A kauft. Die Lieferung erfolgt fast genauso schnell und zum gleichen Tarif. Einfach mal ausprobieren (indem Ihr hier auf die Cover klickt)!

Die Audio-Backlist wird immer länger!

Nach „Idiotentest“, „Pauschaltourist“, „Leichtmatrosen“, „Die Wahrheit über Metting“ und „Freitags bei Paolo“ sind demnächst zwei weitere Romane von mir als Hörbuchfassungen zu bekommen, nämlich „Nachttankstelle“ und „Landeier“! „Nachttankstelle“ erscheint schon am 18. August 2023 und „Landeier“ etwas später.

„Nachttankstelle“ wurde von Jan Viethen gesprochen, „Landeier“ von Bettina Storm und Julian Horeyseck. Ich freue mich wie ’ne Tüte Nudeln – hoffentlich machen Euch diese neuen Audiofassungen beim Hören mindestens so viel Spaß wie mir beim Schreiben!

Immer Freitags, ab November ’22

Hach, wie ist das schön. Dieses Cover, beispielsweise, echt zum Niederknien.  Oder dass ich diese Geschichte schreiben durfte. Oder wie hinreißend alle bei Aufbau zu mir sind.

Es ist schon mein zwölfter Roman, er erscheint im November 2022, und er erzählt die Geschichte von Marie und Clemens Freitag, also von den Freitags, die freitags immer zu ihrem Lieblingsitaliener gehen, zu Paolo. Seit ihrem Kennenlernen vor zwanzig Jahren sind sie das ideale Paar, werden von allen beneidet und leben vor, wie Liebe sein kann. Bis sie auf einmal feststellen, dass sie eigentlich längst nicht mehr da ist, diese Liebe …

Ich freue mich wie eine Tüte Nudeln auf dieses Buch und über dieses Cover und übrigens ganz besonders darüber, dass mein guter Freund, der Comedian Thomas Nicolai, das Hörbuch sprechen wird. Wenn bis zum Herbst also nicht die Welt völlig aus den Angeln gehoben wird – freut Euch mit mir! 🙂

(Und, nein, im Titel dieses Beitrags ist kein Schreibfehler.)

PEN Berlin – ich bin dabei

Als das PEN-Zentrum Deutschland im Mai 2022 in Gotha tagte, sollte dort u.a. über meinen Zuwahlantrag entschieden werden. Dazu kam es aufgrund der Turbulenzen rund um die Präsidentschaft von Deniz Yücel dann leider nicht mehr. Ein ziemlich rasant herbeigeführtes, aber nicht unbedingt erwartetes Ergebnis dieser Turbulenzen war am 10.6.2022 die Neugründung des „PEN Berlin“, bei der ich dabeisein durfte. Wenn sich die Turbulenzen gelegt haben, wird sich der neue PEN hoffentlich in erster Linie seiner Hauptaufgabe widmen können, nämlich dem Schutz der Freiheit des Wortes und jener, die in Gefahr geraten, weil sie diese Freiheit für sich in Anspruch zu nehmen versucht haben. Diese Aufgabe ist jederzeit von enormer Wichtigkeit, aber derzeit in ganz besonderer Weise.

Späte Ehre für „Pauschaltourist“

Nach „Idiotentest“ ist nun auch „Pauschaltourist“ (2009) von Jona Mues für „Fine Voices“ ganz hinreißend eingelesen worden. Das Hörbuch gibt’s bei Spotify, Deezer, Apple und bei Audible – nähere Infos hier. Die politisch nicht immer korrekte, recht amüsante Geschichte um den Reisejournalisten Nikolas Sender, der mit seiner burschikosen und unter Flugangst leidenden Kollegin Nina Blume in die Pauschalhöllen rund ums Mittelmeer geschickt wird, passt möglicherweise nicht ganz präzise in die Jahreszeit, aber vielleicht nährt sie die Hoffnung darauf, dass der nächste Sommerurlaub irgendwie stattfinden kann, unter dem Motto: „Willkommen in meinem Land!“ Enjoy! 🙂

Mal was Lürisches …

Wer sich in diesem Text wiederfindet, darf sich behalten. Der gelegentlich genannte Sack ist metaphorisch und nicht anatomisch gemeint. Weil dieser Text eine nahezu lyrische Form hat, habe ich ihn entsprechend betitelt. Ich bin kein Lüriker und entschuldige mich vorsorglich für die Anmaßung.

Sackgedicht

Mir gehen Leute auf den Sack, die sich für besser als alle anderen halten. Mir gehen Leute auf den Sack, die meinen, mehr Rechte als andere zu haben. Mir gehen Leute auf den Sack, die sich selbst überhöhen, weil sie annehmen, ihr persönliches Schicksal oder das einer Gruppe, der sie sich zugehörig fühlen, würde das legitimieren.

Mir gehen einige Leute mit heller Hautfarbe auf den Sack, aber nicht wegen ihrer Hautfarbe. Mir gehen einige Leute mit dunkler Hautfarbe auf den Sack, aber nicht wegen ihrer Hautfarbe. Mir gehen Leute auf den Sack, die die Hautfarbe für relevant halten, wenn es um die Bewertung von Menschen oder ihrer Äußerungen geht. Mir gehen Leute auf den Sack, die Menschen bewerten. Mir gehen Leute auf den Sack, die denken, man würde sie oder ihre Merkmale bewerten, wenn man erklärt, dass sie einem auf den Sack gehen.

Mir gehen einige Leute auf den Sack, die homosexuell oder bisexuell sind, aber nicht, weil sie homosexuell oder bisexuell sind. Mir gehen einige Leute auf den Sack, die heterosexuell oder asexuell oder metrosexuell sind, aber nicht, weil sie heterosexuell, asexuell oder metrosexuell sind. Mir gehen bemerkenswert viele Leute auf den Sack, von denen ich die sexuelle Orientierung nicht kenne und deren sexuelle Orientierung mich auch nicht interessiert. Mir gehen Leute auf den Sack, denen die sexuelle Orientierung bei Fragen nicht egal ist, die nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun haben.

Mir gehen einige Frauen auf den Sack und nicht wenige Männer, aber nicht, weil sie Männer oder Frauen sind. Mir gehen möglicherweise einige Menschen auf den Sack, die Transpersonen sind, aber nicht deshalb. Mit gehen Leute auf den Sack, die das Geschlecht bei Fragen für relevant halten, die nichts mit dem Geschlecht zu tun haben.

Mir gehen Leute auf den Sack, die meinen, Identität ließe sich auf wenige Merkmale reduzieren. Mir gehen Leute auf den Sack, die glauben, man könne Menschen über sehr grobe Kämme scheren. Mir gehen Leute auf den Sack, die vorurteilsbehaftetes Handeln mit dem Kampf gegen Vorurteile begründen. Mir gehen Leute auf den Sack, die ein privilegiertes Schicksal unterstellen, ohne das jeweilige Schicksal zu kennen.

Mir gehen einige Leute auf den Sack, die Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Scientologen oder Angehörige irgendeiner anderen Religion oder Sekte sind, aber nicht, weil sie Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Scientologen oder Angehörige irgendeiner anderen Religion oder Sekte sind (okay, Scientologen sind eine Ausnahme). Mir gehen Sekten und Religionen auf den Sack, aber das ist hier nicht das Thema. Mir gehen auch einige Atheisten und Agnostiker auf den Sack, aber nicht, weil sie Atheisten oder Agnostiker sind. Mit gehen allerdings alle Mitglieder religiöser Gruppen auf den Sack, die ihre Religion oder Gruppenzugehörigkeit als Rechtfertigung für die Anwendung von Gewalt betrachten. Doch, es ist hier auch Thema, dass mir Sekten und Religionen auf den Sack gehen.

Mir gehen Leute auf den Sack, die die Regeln und Grundsätze ihrer eigenen Gruppe allen anderen Menschen zur Vorschrift zu machen versuchen. Mir gehen Leute auf den Sack, die sich hinter Gruppen verschanzen. Mir gehen Leute auf den Sack, die anderen Menschen erklären, wie sie sich zu fühlen und zu verhalten haben, nur weil sie die gleichen Merkmale wie diese aufweisen. Mir gehen Leute auf dem Sack, die sich als Anwälte anderer inszenieren, ohne ein Mandat zu haben. Mir gehen Leute auf den Sack, die Allgemeingut wie die Sprache politisch zu instrumentalisieren versuchen – und vorgeben, es würde sich dabei um einen natürlichen Prozess handeln. Mir gehen Leute auf den Sack, die anderen vorschreiben, wie sie sich auszudrücken haben. Mir gehen Leute auf den Sack, die andere bedrohen, weil sie nicht ihren Vorstellungen entsprechend formulieren oder mit ihrer Kunst den falschen Standpunkt zu unterstützen scheinen, und sei es in ironisierender Form. Mir gehen Leute auf den Sack, die ihre moralische Position für die einzig richtige halten. Mir gehen selbstgerechte Leute auf den Sack.

Ich gehe mir manchmal selbst auf den Sack.

Mir gehen Leute auf den Sack, die an Shitstorms teilnehmen, und dabei so tun, als wären sie nicht gewalttätig. Mir gehen Leute auf den Sack, die mit Gewalt drohen, wenn man sich nicht freiwillig ihrer Meinung oder Haltung anschließen will. Mir gehen Leute auf den Sack, die das Ergebnis einer gewaltsamen Durchsetzung als friedlichen Sieg feiern. Mir gehen Leute auf den Sack, die ihre Siege in Meinungsfragen feiern.

Mir gehen Leute auf den Sack, die meinen, etwas über andere zu wissen, obwohl sie nur einige wenige Merkmale sehen. Mir gehen Leute auf den Sack, die jubeln, weil sie andere irgendwelchen Ismen zuordnen können, was sie an einigen wenigen Merkmalen festmachen. Mir gehen Leute auf den Sack, die Meinungen ablehnen und daraus eine Ablehnung der meinenden Personen formen, wofür sie dann bei anderen werben, die mir auch auf den Sack gehen.

Mit gehen ausnahmslos alle Nazis auf den Sack.

Ich würde niemals einem Menschen Gewalt androhen oder antun, nur weil er mir auf den Sack geht.

Und die meisten Menschen mag ich sehr gerne.